Sägewerk und Schottenhandel. Die frühe Industrialisierung und Handel in Odda
In Odda gibts den Ortsnamen Saga, Tjørnadalssaga eller Tjødnedalssagje. Aber wie lange gibt es hier schon ein Sägewerk? Und hat jemanden je von dem Schottenhandel in Odda gehört?
Ein kommerziell betriebenes Sägewerk ist von vielen Faktoren abhängig: das Holz, oder der Rohstoff, Technologie und Ausrüstung, Käufer ,Markt und Energie für den Betrieb. Dazu kommt Kompetenz, menschliche Arbeitskraft, kapital, Transportwege, usw.
Lokalhistoriker Olav Kolltveit erzählt in der Zeitschrift ”Odda und Tyssedal Handelsgewerkschaft”, 1962: ”Als Odda emporsteigt in dem historischen Morgengrauen um 1600, ist es eine sowohlvolksarme als auch armutsgeprägte Gemeinde…” Die Odda-Gemeinde zählte ungefähr 300 Einwohner, aber im Laufe des Jahrhunderts stieg die Zahl stätig. Die Nahrungsgrundlage war Landwirtschaft
In anderen Gemeinden in Hardanger hatte man seit ende 1500 einen Raubbau an Holz betrieben. Das Holz wurde nach England, Schottland, Holland und den Nachbarländer exportiertAls es den Gebieten am Ende vom Hardangerfjord an Holz mangelte, musste man längere Wege in Kauf nehmen, und somit wurde auch Odda als Holzhandelsgebiet interessant.
In 1650 löste Daniel Alfsen Bürgerschaft in Bergen, pachtete aber gleichzeitig den Hof Bakke in Odda. In 1667 kaufte er dann seinen Hof “Kremargarden” unten am Fjord. Im selben Jahr kaufte er den Hof Eitrheim, und errichtete einen Sägewerk im Fluss Tokheimselva. Sein Schwiegersohn Sander Tjærandsson baute eine Säge in Tjødnadalen bei Sandvin. Es entstand auch ein Sägewerk am Strandselva (siehe Bild). Bedingt durch den Holzumsatz war die Zeit damals gut für die Handelsleute. Später kehrte jedoch die Armut zurück, schreibt Kolltveit.
Auch in dieser frühen Industrialisierung sehen wir dass Wasser eine wichtige Kraftquelle war zu der man einen guten Zugang hatte. Während die Wege zwischen Produktion und Markt relativ lang waren.
Das Bild ist ein Foto von einem Aquarell von Henry Boyd (1831-1922) von Strandsfossen. Boyd war jährlich in Odda von 1874 bis 1914. Das Original findet man im AsmoleanMuseum in Oxford, England
Dieser Handel mit Holz und anderen Waren aus Sunnhordaland und Hardanger bekam den Namen “Schottenhandel”.